„Denn es hilft ja doch nichts, aus einem Adlerei geschlüpft zu sein, wenn man im Gänsestall aufgewachsen ist.“
Eine Begegnung
„Sie war mir ein Rätsel. Was war das eigentlich für ein sonderbares kleines Geschöpf, auf das ich hier gestoßen war?“
Die gelbe Rose
„Sobald er in seine Stube trat und ihm die erblühte Teerose am Fenster wieder ins Auge fiel, kam ihm ein Gedanke in den Sinn. Diese Blume, sein kleines Liebesorakel, das ihm so eng an alles geknüpft schien, was er im letzten Monat gedacht und gefühlt hatte – sie sollte auch seine Botin und Vermittlerin sein.“
Das Adlernest
„Seit jeher war es der stolze Traum aller gesunden jungen Männer gewesen, hoch zu dem Nest zu kommen, um das königliche Räuberpack zu verjagen und dem Dorf Frieden zu bringen. Von Kindesbeinen an übten sie, die Klippen auf und ab zu klettern, und fast nirgendwo sonst fand man daher so kühne und stolze Burschen wie hier.“
Jugend
„Ihr war klargeworden, dass der Kaplan zu diesen weichen, willenlosen Gemütern gehörte, gegen die man einen Trumpf im Ärmel haben musste, und sie hatte beschlossen, diese Karte heute auszuspielen. Bisher hatte ihr die Gelegenheit gefehlt, sich in ihrem vollen Glanz zu zeigen. Sie wusste, dass sie blenden konnte, wenn sie nur wollte – und jetzt würde sie zeigen, dass sie wollte und konnte.“
Im tiefsten Winter erwartet Propst Tønnesen aus dem Dorf Skibberup seinen neuen Kaplan, Emanuel Hansted. Der unscheinbare junge Mann soll ihn in der Gemeinde unterstützen, insbesondere im Kampf gegen Weber Hansen, der mit seinem progressiven Vortragsverein Unruhe im Pfarrbezirk des konservativen Propstes stiftet. Doch damit nicht genug: Der Kaplan wäre der geborene Ehemann für Ragnhild, die unverheiratete Tochter Tønnesens! Nur mit einem hat der Propst nicht gerechnet: Die Jugend von heute hat ihren eigenen Kopf, besonders, wenn der Frühling kommt. Wo soll das nur hinführen?
Aus ländlichen Hütten
„Wenn es im Winter stürmte, füllte sich die Schlucht so sehr mit Schnee, dass man aus der Ferne nur noch die rauchgeschwärzten Schornsteine des Dorfes sehen konnte. Im Sommer aber und besonders im Frühjahr, wenn alle Obstbäume in den kleinen Gärten der Häusler in voller Blüte standen, wurde einem von dem anmutigen Anblick ganz warm ums Herz, und es konnte der Wunsch aufkommen, das eigene Leben an einem so lieblichen Fleck zu verbringen.“
Der Stein der Weisen
Es war einmal ein Jüngling; er hatte vom Stein der Weisen gehört, der alle Sorgen tilgte und alle Wunden heilte und alle Schmerzen linderte; – und als er Bartflaum bekam, zog er in die Welt hinaus, um ihn aufzusuchen.
Das Lied der Meerjungfrau
„‚Weckt den Lotsen und lasst uns heimkehren!‘, erklang es von verschiedenen Seiten; und als der junge Ehemann in dem Moment aufstehen wollte, um sich noch einmal zu vergewissern, dass sie sich wirklich alleine auf dem Meer befanden, packte ihn seine Ehefrau plötzlich fest am Arm und rief bleich und verängstigt: ‚Tu das nicht, Anton! Tu das nicht! … Oh Gott, was ist das denn!'“
Eine kleine Stadt
„Am Ende hatte er das Gefühl, dass es kein einziges Kind in der gesamten Stadt gab, das nicht wusste, was man an ihm so lächerlich fand. Doch er selbst hatte trotz all seiner Wachsamkeit und unermüdlichen Nachforschungen nicht die leiseste Ahnung.“
Etwas stimmt nicht mit dem Lehrer Andreas Ursin. Während er versucht, herauszufinden, was genau dieses Etwas ist, entsteht ein Portrait der Kleinstadt mit ihren eigentümlichen Charakteren.
Zuhause bei zwei Dichtern
Diese zwei Artikel erschienen am 26. und 31.12.1888 in der dänischen Tageszeitung Politiken.

