„Aber vielleicht hat es Erik Bøgh dieses Mal ein bisschen zu gut damit gemeint. Er hätte sich den Zirkus für ein anderes Mal aufheben können.“
Rezension einer Komödie von Erik Bøgh, aufgeführt im Kopenhagener Theater Kasino.
1857–1943
„Aber vielleicht hat es Erik Bøgh dieses Mal ein bisschen zu gut damit gemeint. Er hätte sich den Zirkus für ein anderes Mal aufheben können.“
Rezension einer Komödie von Erik Bøgh, aufgeführt im Kopenhagener Theater Kasino.
„Sieben Uhr war wie gesagt als Ankunftszeit vorgesehen. Die Stunden vergingen, der Morgen dämmerte, und die Uhr schlug acht, neun, zehn – aber noch immer keine Spur von Tante Abelone.“
In diesem Essay begleiten wir einen Kopenhagener, der in den frühen Morgenstunden seine Tante von einem Dampfschiff aus Jütland abholen will. Das Schiff ist stark verspätet, das Wetter schlecht, die Informationen für die Wartenden dürftig und unzuverlässig – eine Szenerie, die ein wenig an die Deutsche Bahn erinnert.
„Die Tatsache, dass es bei den Regelungen für den Betrieb von Apotheken in diesem Land viele Dinge gibt, die öffentlich diskutiert werden müssen, ist gewiss auch außerhalb des kleinen Kreises mit Privilegien ausgestatteter Apotheker allgemein anerkannt.“
Dieser Artikel, unterzeichnet mit „Ein Menschenfreund“, wird Pontoppidan zugeschrieben. Weshalb er über dieses Thema schrieb, ist unbekannt. Möglicherweise sprach ihn einer seiner Brüder, Erik oder Knud, die beide Ärzte waren, auf das Problem an.
„Viele gingen mit bleichen Gesichtern umher – irgendetwas Schreckliches war wohl auf jeden Fall geschehen. Aber wo und was?“
Eine Menschenmenge hat sich in Kopenhagen vor Tivoli versammelt, doch wie üblich weiß zunächst niemand, weshalb.
„Trotz der Begeisterung, die Bjørnstjerne Bjørnson als Person erweckte, wo immer er auftrat; trotz des märchenhaften Nordlichtglanzes, den er schon in jungem Alter um einen lächerlichen Namen zu schlingen wusste, der von Anfang an wie für eine Parodie gemacht zu sein schien […], blieb sein Einfluss auf das geistige Leben im Norden – und im Rest der Welt – relativ gering. Erstaunlich gering.“
Pontoppidan verfasste diesen kritischen Artikel über den norwegischen Schriftsteller Bjørnstjerne Bjørnson zu dessen Lebzeiten. Veröffentlicht wurde er hingegen kurz nach Bjørnsons Tod im Jahr 1910 neben anderen Nachrufen. Aus Briefwechseln geht hervor, dass Pontoppidan mit dieser Entscheidung der Zeitschriftenredaktion unzufrieden war.
„Das Ganze sind ziemlich fade Scherze.“
Theaterrezension einer Neujahrsrevue.
„Es dürfte überhaupt ein dichterisches Missverständnis sein, dass Weihnachten und Schnee zusammen gehören – genauso wie die Annahme, dass Mai und Frühling untrennbar seien. Der dänische Schneewinter dauert von Januar bis Ende Mai. Der Rest des Jahres vergeht mit Warten auf den Sommer oder mit Klagen darüber, dass er ausblieb. Der dänische Sommer ist ein Winter ohne Schnee.“
In diesen zwei Artikeln äußert sich Pontoppidan über das warme Weihnachtswetter im Jahr 1888 und Armut in Kopenhagen.
„Von all den täglichen Plagen, die einen friedfertigen Bewohner von Dänemarks Hauptstadt treffen, kann sich sicherlich keine mit denen messen, die der Anzahl von Hunden und der Unzahl von Klavieren geschuldet sind, die sich innerhalb der Stadtgrenzen befinden.“
In diesem Artikel spricht sich Henrik Pontoppidan vehement gegen die allgemeine Belastung der Kopenhagener durch Hunde und Klaviermusik aus.
„Insgesamt gibt es ja auf Gottes grüner Erde nicht ein Gutes, das nicht missbraucht werden und zum Schaden wirken könnte, würden wir aber immer daran denken und unsere Handlungen danach richten, könnten wir uns genauso gut gleich in den Sarg legen.“
In diesem Artikel argumentiert Henrik Pontoppidan gegen die Abstinenzbewegung.
„Seit Menschengedenken hat man so eine Ernte noch nicht erlebt, und man versteht allmählich die Geschichten, die wir von unseren Eltern gehört haben, und die uns damals wie Märchen oder Sagen erschienen. Sie berichteten nämlich von der Zeit, als man das Korn auf den Feldern noch bis Weihnachten liegen ließ, ja, es mitunter überhaupt nie ins Haus holte.“
Dieser Bericht erzählt von einer besonders schlechten Ernte und ihrer Auswirkungen auf die ländliche Gemeinde, deren Geschehen Henrik Pontoppidan beständig verfolgte.